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08.09.2010 | Du bist hier: Startseite :: Europapokal :: 1976/77 ::
Europapokal der Pokalsieger 1976 / 1977
| 1.Runde |
| Hinspiel: |
HSV - FIB Keflavik
|
3-0 |
| Rückspiel: |
FIB Keflavik
- HSV |
1-1 |
| Achtelfinale |
| Hinspiel: |
HSV - Hearts
of Midlothian |
4-2 |
| Rückspiel: |
Hearts of Midlothian
- HSV |
1-4 |
| Viertelfinale |
| Hinspiel: |
MTK Budapest
- HSV |
1-1 |
| Rückspiel: |
HSV - MTK Budapest |
4-1 |
| Halbfinale |
| Hinspiel: |
Atletico Madrid
- HSV |
3-1 |
| Rückspiel: |
HSV - Atletico
Madrid |
3-0 |
| Finale
Amsterdam |
| 11.05.1977 |
HSV
- RSC Anderlecht |
2-0 |
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Das 1-0 durch Volkert per
Elfmeter!

Das 2-0 durch Magath kurz
vor Schluss.

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Endspiel
HSV - RSC Anderlecht am
11.05.1977 in Amsterdam vor 65.000 Zuschauern.
Tore:
1-0 Georg Volkert (80.Minute, Elfmeter)
2-0 Felix Magath (90.Minute)
Aufstellung:
HSV: Kargus - Kaltz, Ripp, Nogly, Hidien - Memering, Magath, Steffenhagen
- Reimann, Keller, Volkert
Trainer: Kuno Klötzer
Anderlecht: Ruiter
- van Binst, Broos, van den Daele, Thissen - van der Elst, Haan, Dockx,
Coeck - Ressel, Rensenbrinck

Die Eintrittskarte vom Finale.
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Der
Brasilien-"Trick" des Dr.Peter Krohn
Ein Mann, ein Name, ein Reizwort: Dr. Peter Krohn. Ein Macher von eigenen
Gnaden. Gefeiert, gefeuert und fast vergessen. Und dabei wollten alle die,
die seinen Namen heute am liebsten aus den HSV-Annalen streichen würden,
ihn unbedingt haben. Als Seligmacher im Namen der Buchstaben HSV.
Zum Beispiel Ex-Präsident Dr. Horst Barrelet, der im November 1973
feststellte: "Es wäre ein sehr guter Griff, wenn Dr. Peter Krohn zum
Präsidenten gewählt würde." Oder Ex-Nationalspieler
Willi Schulz im gleichen Monat: "Ich persönlich wünsche Herrn
Dr. Krohn für die Wahl und damit auch gleichzeitig für den HSV
alles Gute, viel Glück und möglichst viele Stimmen." Ihr
Wunsch wurde erhört: Mit fast 80 Prozent der Stimmen wurde der Diplom-Kaufmann,
Chef-Redakteur und Verlagsmanager am 26. November 1973 im Curio-Haus an
der Rothenbaumchaussee zum neuen HSV-Präsidenten gewählt. Wobei
ein Zitat den rund 500 anwesenden Mitgliedern die Gänsehaut über
die sportlich und finanziell gebeutelte Seele jagte: "Ich führe den
HSV an Europas Spitze", versprach Dr. Peter Krohn.
Vielleicht haben ihm das ja seine Vorgänger und Nachfolger nie verziehen:
Krohn machte sein Versprechen wahr. Mit der größten Werbekampagne,
die es je in einem Bundesliga-Klub gegeben hat, mit der verrücktesten
Einkaufspolitik (Felix Magath kannte er nur aus TV-Ausschnitten der "Sportschau")
und mit der Vorliebe für den brasilianischen Fußball. Aber die
wiederum kann durch die krohnsche Einkaufspolitik entstanden sein, die dem
HSV 1977 plötzlich vier Klassessürmer bescherte. Ihre Namen: Steffenhagen,
Keller, Reimann und Volkert.
Doch nach dem Fußball-Einmaleins jener Jahre war aus diesem Quartett
immer einer, wenn nicht gar ein zweiter zu viel an Bord. Man spielte höchstens
mit drei Spitzen, ganz fortschrittliche Trainer experimentierten schon mit
nur zwei Stürmern. Da besann Krohn sich auf das berühmte 4-2-4-System
der Brasilianer, mit dem die Pele & Co. 1958 so überzeugend Weltmeister
geworden waren. Das erste Versuchskaninchen hieß Atletico Madrid.
Nach einer 1:3-Niederlage in Spanien schickte Trainer Kuno Klötzer
seine vier Stürmer ins Halbfinal-Rennen. Krohn: "Das hätte er
man mal früher machen sollen, dann wären wir schon Deutscher Meister."
Die "Brasilianer" im HSVTrikot schockten die Fachwelt und Atletico:
Innerhalb von acht Minuten wurde aus dem 0:0 ein 3:0 - der HSV stand zum
zweiten Mal im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger. Der "Karajan
von der Elbe" dirigierte den HSV zu seinem größten Vereinserfolg
- mit einem Kulissengeschiebe ohnegleichen. Mit Frauen, Bräuten und
den Angestellten der Geschäftsstelle ließ Krohn seine Crew gen
Amsterdam jetten. Im VIP-Raum des Flughafens Schiphol gab er eine internationale
Pressekonferenz und legte die Siegprämie auf 15 000 Mark fest. Gleichzeitig
wurde noch einmal ein Krach um die Mannschaftsaufstellung inszeniert.
Und am 11. Mai 1977 passierte es dann wirklich: Nach Toren von Volkert und
Magath konnten die 20 000 Hamburger Fans unter den 65 000 den bisher einzigen
Europacup-Sieg des HSV (gegen den RSC Anderlecht) feiern. Aber in der Stunde
seines größten Triumphes stand Krohn abseits. Die Spieler trugen
ihren Trainer Kuno Klötzer vom Platz. Er war die Seele des Erfolgs.
Krohn hatte ihn "nur" gemacht. Klötzer auf den Schultern der Spieler
- eine Geste, mit der der Abstieg des Dr. Peter Krohn auf dem Höhepunkt
seiner Laufbahn begann...
erschienen in der Hamburger Morgenpost 18.05.1983 |

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