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09.09.2010 | Du bist hier: Startseite :: Europapokal :: 1981/82 :: 

UEFA-Cup 1981 / 1982


1.Runde
Hinspiel: HSV - FC Utrecht 0-1
Rückspiel: FC Utrecht - HSV 3-6
2.Runde
Hinspiel: Girondins Bordeaux - HSV 2-1
Rückspiel: HSV - Girondins Bordeaux 2-0
Achtelfinale
Hinspiel: FC Aberdeen - HSV 3-2
Rückspiel: HSV - FC Aberdeen 3-1
Viertelfinale
Hinspiel: HSV - Xamax Neuchatel 3-2
Rückspiel: Xamax Neuchatel - HSV 0-0
Halbfinale
Hinspiel: Radnicki Nisch - HSV 2-1
Rückspiel: HSV - Radnicki Nisch 5-1
Finale
Hinspiel: IFK Göteborg - HSV 1-0
Rückspiel: HSV - IFK Göteborg 0-3

Hinspiel IFK Göteborg - HSV in Göteborg am 05.05.1982 vor 42.500 Zuschauern

Tore:
1-0 Tord Holmgren (87.Minute)

Aufstellung: Stein - Groh, Hieronymus, Jakobs(Hidien), Kaltz - von Heesen(Memering), Magath, Hartwig, Wehmeyer - Bastrup, Hrubesch
Trainer: Ernst Happel

Rückspiel HSV - IFK Göteborg in Hamburg am 19.05.1982 vor 61.000 Zuschauern.

Tore:
0-1 Corneliusson (26.Minute)
0-2 Nilsson (61.Minute)
0-3 Fredirksson (66.Minute, Elfmeter)

Aufstellung: Stein - Groh, Hieronymus, Jakobs(Hidien), Kaltz - von Heesen(Memering), Magath, Hartwig, Wehmeyer - Bastrup, Hrubesch
Trainer: Ernst Happel


Als der "Kollege Computer" dem HSV einen bösen Streich spielte

Hochrechnungen sind zuverlässig. Jedenfalls in der Politik. Anläßlich von Land- und Bundestagswahlen treten ARD und ZDF regelmäßig diesen Beweis an. Und was sind Hochrechnungen im Sport? Spielereien von Buchmachern, zufallsanfällig und trügerisch. Lesen Sie mal die Chronologie einer Hochrechnung, die den HSV im Frühjahr 1982 um den Gewinn des UEFA-Pokals brachte.

30. April: Der Endspurt um die Deutsche Meisterschaft wird im Volksparkstadion mit dem Nachholspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeläutet. Der HSV gewinnt mit 4:0 und der Hochrechnungs-Computer spuckt aus: "Kaiserslautern - Göteborg 1:1 und 1:2 nach Verlängerung, HSV - Kaiserslautern 4:0 - klarer Sieg des HSV in den Endspielen gegen Göteborg ausgemachte Sache." Die verbale Bestätigung dieser Prognose lieferte Co-Trainer Ristic: "In der Form des Kaiserslautern-Spiels können wir sogar in Göteborg gewinnen." Und Nationalspieler Hans-Peter Briegel, diese unkomplizierte "Walz aus der Pfalz", bat den HSV sogar inbrünstig: "Rächt uns schon in Göteborg."

5. Mai: Vor den programmierten Erfolg in der schwedischen Hafenstadt hatten die Götter Unmengen von Regen gesetzt. Und eine HSV-Leistung, die die skandinavische Presse am Morgen nach dem Spiel mit riesigen Lettern so überschrieb: "Angsthasen, Waschlappen, Feiglinge! Ihr habt 90 Minuten lang nur Wassertreten gemacht! "
In der Tat hatte die Spielweise des angehenden Deutschen Meisters mehr den Charakter einer Tretboot-Fahrt auf der Alster, denn einsatzfreudigen Endspielgeist. Aber die 0:1-Niederlage wurde lässig als Seitensprung des Computers abgetan. Die neue Rechnung: "Ein 2:0 oder 3:1 reichen uns im Rückspiel ja schon." Eine Kleinigkeit, die beim Speichern des Computers vergessen wurde: Ditmar Jakobs, Vorstopper, war für das Rückspiel wegen seiner zweiten gelben Karte gesperrt.

15. Mai: Vor 53 000 Zuschauern "probte" der HSV den Sieg gegen Göteborg im Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen. Die Mannschaft um Trainer Otto Rehhagel wird gerade als "Entdeckung der Saison" gefeiert -und handelt sich eine 0:5-Abfuhr ein. Kapitän Horst Hrubesch, dreifacher Torschütze an jenem Nachmittag, jubelte: "Gegen Werder haben wir unser Meisterstück gemacht. Jetzt holen wir auch den UEFA-Pokal! «

Deutscher Meister sollte der HSV tatsächlich werden, allerdings auch Meister im Verrechnen und Unterschätzen.

19. Mai: 62 000 Zuschauer im Volksparkstadion und rund 300 Millionen an den Bildschirmen in aller Welt sehen eine 0:3-Niederlage des HSV, die die schwedische Zeitung "Expressen" in einem Satz interpretierte: "Die Hamburger kombinierten Arroganz mit Unterschätzung des Gegners." Und Trainer Ernst Happel gestand, daß der "Kamerad Computer" dem HSV einen üblen Streich gespielt hatte: "Die großartigen Leistungen in der Bundesliga waren an unserer Niederlage schuld."

Siegerehrung: Die HSV-Fans jubeln Göteborg und seinem Mittelstürmer Nilsson zu (den Ersatz-Vorstopper Jüren Grob nie in den Griff beam). Und ein paar Meter weiter stehen Lars Bastrup und Horst Hrubesch. Der eine (Bastrup) hat die linke Hand entsetzt vors Gesicht geschlagen. Und der andere (Hrubesch) stemmt beide Arme in die Hüften. Und sein Blick gleitet enttäuscht ins Niemandsland...

erschienen in der Hamburger Morgenpost am 20.05.1983


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